

Zehn Küken sind geschlüpft und wärmen sich unter der Wärmeplatte.
Sie sind da!
Erst wollte ich nicht, aber dann dachte ich mir, vielleicht gar nicht mal so schlecht, auch mal was anderes zu sehen als diese Wand. Also bewegte ich mich. Es war ganz schön anstrengend, aus meinem Haus herauszukommen. Aber irgendwann hatte ich geschafft, ein Loch zu picken, und Licht fiel herein. Es dauerte noch eine Weile und viel Kraft, bis ich endlich auf dem harten Boden lag. Ich war der erste, der es geschafft hatte. Ich rief, wenn ich die Kraft dazu hatte, die anderen, dass auch sie sich bewegten und Mut fanden, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen. Der warme Wind pustete mir um die Ohren.
In der Nacht kamen meine sieben Geschwister. Nun war es ganz schön eng im Kasten. Schon vorher hatte ich gedämpfte Stimmen gehört und große Augen, die uns durch die Scheibe ansahen. Große Wesen und Riesen. Eine Riesin nahm uns eines Morgens aus dem Kasten und setzte uns in ein anderes Zuhause. Auch hier ist es schön warm, und es liegt etwas auf dem Boden. Die großen Menschenwesen kümmern sich um uns und geben uns Wasser und Futter. Sie machen ganz andere Laute wie wir. Es kling wie: „Ohh!“ „Ahh!“ „Niedlich!“ Sie kommen immer wieder und schauen nach uns, aber manchmal ist es auch ganz still im Raum.
Gestern hat mich eine Riesin rausgenommen und einem großen Menschen auf den Schoß gesetzt. Seine Hand war ganz weich und kleiner als die von der Riesin. Er war so ruhig und andächtig, dass ich auch ganz still war. So saßen wir eine Weile, dann bin ich wieder zu meinen sieben Geschwistern gekommen. Hinkebein 1 und 2 sind noch im Kasten und ziehen zu einer Uta auf den Bauernhof. Die Riesin sagt, anders als Menschen würden Tiere keine Rücksicht auf die Schwächeren nehmen. Rücksicht? Ich weiß nicht, was das bedeutet, aber ich weiß, dass es richtig war, auf diese schöne Welt zu kommen!